Kann (sich) die Clownerie verändern?

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Kann (sich) die Clownerie verändern?

Im Gespräch mit Amrita Dhaliwal über Identität, Verletzlichkeit und Verantwortung

Amrita Dhaliwal interviewed von Benjamin Richter

  • © Amrita Dhaliwal Old Man © Kevin Krieger
    © Amrita Dhaliwal Old Man © Kevin Krieger

Kannst du uns sagen, was du persönlich denkst und fühlst, was ein Clown ist?

„Clown“ ist ein Begriff, der weit verbreitet ist, aber viele unterschiedliche Auslegungen hat. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man zwei Personen trifft, die Clownerie praktizieren oder studieren, und die zwei sehr unterschiedliche Definitionen, unterschiedliche Werdegänge und Auffassungen von ihrer Praxis haben. Ich denke, das liegt zum Teil daran, dass das Clownsein so persönlich ist. Was ich als Lehrende suche, ist eine ganz spezifische Lächerlichkeit bzw. absurde Komik, die für jede Person einzigartig ist. Für mich bedeutet Clownerie im Grunde, herauszufinden, wie es jemand auf seine
ganz individuelle Weise schafft, dass man lacht. Und ich möchte hinzufügen, dass „der Clown“ eine sich ständig weiterentwickelnde Form ist. In meiner eigenen Entwicklung bin ich dabei, den Begriff „Clown“ immer weniger zu verwenden. Das gibt mir auch die Freiheit, das Genre voranzutreiben und Stimmen einzubeziehen, die in der Welt der Clownerie nur selten zu hören waren und sind. Ich bin dazu übergegangen, den Begriff „Idiot“ von John Gilkey1 zu benutzen, als er den Idiot Workshop ins Leben rief. Er nannte die Figur absichtlich nicht Clown, um mehr Freiheit und Flexibilität zu haben.

Ich verstehe, dass es eine große Herausforderung ist, eine Bezeichnung neu zu definieren, die so stark von der Geschichte beeinflusst ist. Aber ist es nicht auch wichtig, den Begriff „Clown“ selbst neu zu prägen und ihn sich wieder anzueignen?

In letzter Zeit dachte ich, ich weiß nicht, ob ich mit der Clown Community assoziiert werden möchte, aber du hast recht, es gibt eine Wiederaneignung des Begriffs. Ein Teil meiner Rolle als Lehrerin besteht darin, die verschiedenen Stimmen und indigenen Gemeinschaften sichtbar zu machen und sprechen zu lassen, deren Geschichte in der Clownsausbildung ausgeblendet und nicht berücksichtigt wurde. Deshalb sage ich manchmal „Clown“, aber wenn ich einen anderen Begriff verwende, bietet das mehr Raum, eine breitere Geschichte zu betrachten und mehr Fragen zu stellen. Ich beziehe mich mehr auf den englischen Begriff „idiot“, auch weil er sich auf Dinge fokussiert, die wir beim Clown nicht haben – zum Beispiel auf die Abstammung des Tricksters2, die auch tief in den indigenen Kulturen Nordamerikas verwurzelt ist. Der Trickster ist nicht so weise, dass er nicht selber in die Fallen tappt, die er für andere aufstellt. Der Bouffon3 hat etwas von einem Trickster, und ich denke, er hat die gleichen Wurzeln wie der Clown. Der westeuropäische Clown war bisher sehr stark von weißen Cis-Personen4 dominiert. Ich möchte anerkennen, dass es für Menschen mit dieser Perspektive sehr schmerzhaft ist, wenn sie daran denken, dass das, was sie gelernt haben, nicht inklusiv war. Ich bin also davon abgekommen, Dinge zu betonen, die Scham hervorrufen können. Stattdessen möchte ich dazu ermutigen, dass wir als Gemeinschaft einfach weiterhin neugierig sind, Fragen stellen, unsere Geschichte festhalten, sowohl die ausgelöschte als auch die niedergeschriebene, und sehen, welche unterschiedlichen Positionen sich in Bezug darauf ergeben. Das ist etwas, das mich sehr demütig gemacht hat.

In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein verbreitet, dass das westliche Clownsbild innerhalb von Unterdrückungssystemen entwickelt wurde. Was sind deiner Meinung nach die problematischen Codes und Praktiken, die im zeitgenössischen Clown immer noch vorhanden sind?

Erst einmal möchte ich sagen, dass das eine große Frage ist. Es gibt hier eine Menge zu bedenken und zu benennen. Und wenn du mir die gleiche Frage noch vor einem Jahr gestellt hättest, wäre meine Liste sehr lang gewesen! Seit 2017 engagiere ich mich mit viel Leidenschaft für den Abbau von Unterdrückungsmechanismen innerhalb von Clown-Ökosystemen. Das erforderte einen Blick auf die Pädagogik, eine Befragung unserer Institutionen, die Unterstützung des notwendigen Dialogs innerhalb der Community und vieles mehr. Das Machtzentrum der Clownskunst wird immer noch sehr stark von weißen Cis-Personen dominiert, die für das Auftreten und Unterrichten bezahlt werden. Aber das Clown-Ökosystem existiert innerhalb eines größeren Ökosystems, in dem immer noch so viele repressive Strukturen vorhanden sind. Mir ist klar geworden, dass der Wandel lange dauern wird. Ich habe meinen Zeithorizont erweitert – ich bin für die Langstrecke bereit – ich nehme mir vor, jeden Tag einen Schritt zu machen. So bringe ich mehr Geduld auf, erwarte Veränderungen nicht so schnell und habe mehr Nachsicht mit Menschen, die aufgrund ihrer Position, ihres mangelnden Problembewusstseins oder ihrer Unwissenheit als problematisch abgestempelt werden könnten. Mir ist klar, dass, wenn ich will, dass sich das ganze System ändert, auch sie Teil der Veränderung sein müssen. Ich biete Raum für Unbehagen, für Unklarheit und Durcheinander, für noch mehr Wut und Trauer und noch mehr Freude und Lob - wir machen viele Dinge auch gut! Ich versuche wirklich, in der Hoffnung zu bleiben und die Gemeinschaft zu einem gerechteren Raum werden zu lassen,
während ich gleichzeitig die dunkle Seite aushalte.

Welchen Rat würdest du jemandem mit einer marginalisierten Identität geben, der sich für einen Clownkurs interessiert?

Es handelt sich um ein Ökosystem mit überwiegend weißen Cis-Personen, also such dir jemanden, mit dem du dich über alles austauschen kannst und geht zusammen hin. Du kannst dich auch an dieLehrperson wenden, bevor du dich anmeldest, um mehr über ihre Arbeitsweise und Ansichten zu erfahren.

Clown-Lehrer:innen ermutigen Menschen oft dazu, Orte außerhalb ihrer Komfortzone zu erkunden. An welchem Punkt, denkst du, kann das bedenklich sein?

Es gibt eine Grenze, an der es problematisch wird, und einen Bereich, in dem es potenziell verletzend ist, das heißt, wir arbeiten dann nicht mehr innerhalb des Resilienzbereichs der lernenden Person. Ich möchte jedoch anerkennen, dass das Gefühl des Unbehagens in der Clownsausbildung eine wichtige Rolle spielt, wenn es darum geht, seine ureigene Absurdität zu finden. Es ist jedoch unerlässlich, dass der oder die Unterrichtende spürt, wie strapazierfähig die Lernenden in jedem Moment gerade sind. Die Lehrkraft muss sie immer wieder in die Gegenwart bringen. Und es gibt viele somatische Techniken, die den Lehrenden helfen, gemeinsam mit den Lernenden durch das Unbehagen zu navigieren, und diese müssen noch stärker eingesetzt werden. Durch Paola Coletto5 habe ich die Möglichkeit gehabt, zu sehen wie Menschen ihre eigene absurde Komik entdecken konnten, ohne dabei die Grenzen ihrer Belastbarkeit überschreiten zu müssen. Wenn es das Ziel ist, diese absurd-komische Form zu erreichen, warum dann nicht einen sanfteren Weg wählen? Man muss niemanden verletzen. Und doch bin ich sicher, dass ich auch schon einmal zu weit gegangen bin und jemanden verletzt habe, und das ist nicht in Ordnung. Es liegt an uns Lehrpersonen, zu verstehen, was wir an unserer Herangehensweise ändern müssen. Ja, Unbehagen ist ein notwendiger Teil des Weges, aber wir können behutsam und achtsam damit umgehen, wo wir Unbehagen einbringen und wie wir die Studierenden in das Gespräch einbeziehen. Wir können sie ermächtigen und ihnen sagen: „Wir werden behutsam zusammenarbeiten, und du hast Handlungsfähigkeit“. Lehrer:innen in der Clownspädagogik können nicht nur verletzend sein, weil sie einen zu sehr unter Druck setzen, sondern auch wegen der Erklärungen, die sie im Raum abgeben. „Du bist ein Clown“, oder „Du bist kein Clown“. Oder „Es gibt nur wenige echte Clowns in jeder Generation“ – ein Zitat von einem der berühmtesten und bekanntesten Clownslehrer überhaupt. Kannst du dir vorstellen, einen Kurs zu besuchen, bei dem die Lehrperson sagt: „Eigentlich werden nur wenige von euch mit nennenswerten
Fähigkeiten hier rauskommen“?

Marginalisierte Identitäten haben im täglichen Leben ein anderes Verhältnis zur Verletzlichkeit als nicht-marginalisierte Personen. Inwiefern denkst du, dass die Verletzlichkeit, die in Clownsworkshops oft gefördert wird, in diesem Zusammenhang ein potenzielles Problem darstellt?

Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht: Nicht alle von uns gehen mit ihrer Verletzlichkeit gleich entspannt um. Einige von uns leben in Identitäten, die bereits verletzlich gemacht wurden. Aus pädagogischer Sicht halte ich das für problematisch, weil nicht alle Schüler:innen auf einer gleichberechtigten Basis beginnen. Verletzlichkeit scheint tatsächlich ein Teil der Clownsformel zu sein, aber ich denke, es kommt darauf an, wie wir sie in den Raum bringen und wie wir sie hervorheben. In meiner Arbeit mit John Gilkey, mit dem ich bereits Kollaborationen mit Jon Davison6 hatte, sind wir davon abgekommen, überhaupt von Verletzlichkeit zu sprechen. Wir haben sie nicht mehr extra betont, und ich habe festgestellt, dass die Schüler:innen sie selbst zur Sprache brachten und sie durch ihre eigene Entdeckung und Ermächtigung benannten. Ich möchte darauf hinweisen, dass das Wort „Verletzlichkeit“ sowohl ein Gefühl oder eine Wahrnehmung als auch das reale Risiko oder die Unsicherheit beschreiben kann, denen Menschen aufgrund verschiedener physischer, sozialer, wirtschaftlicher und umweltbedingter Faktoren ausgesetzt sind. Das subjektive Gefühl der Schüler:innen, verletzlich zu sein, ist wertvoll, weil es persönlich ist. Ja, sie mögen sich in der Welt bewegen und nicht wirklich verletzlich sein, weil ihre Identität ihnen Sicherheit, Schutz, Zugang, Handlungsmöglichkeiten usw. bietet. Aber sie fühlen sich persönlich verletzlich, wenn sie auf eine bestimmte Weise spielen. Auch das ist wichtig zu beachten.

Du hast bereits erwähnt, dass du denkst, dass die starke Betonung dieser Verletzlichkeit auch teilweise der Grund ist, warum weiße Männer als Clowns so erfolgreich sind. Würdest du das näher erläutern?

Diese Identität wird als die stärkste gesellschaftliche und strukturelle Macht wahrgenommen. Um sich verletzlich zu machen, muss man die Macht, die man hat, brechen, und für weiße Männer ist das am einfachsten zu erreichen, indem sie sich selbst zum Narren halten. Der ganze Saal lacht über ihn, aber er kann immer noch von der Bühne gehen und seine Machtposition wahren. Aber wenn man eine Person der globalen Mehrheit in einem Raum mit überwiegend weißen Cis-Personen ist, könnte es die größte Verletzlichkeit bedeuten, wenn man gut sichtbar und sehr still ist. Mit anderen Worten: Wie wir Verletzlichkeit wahrnehmen, hängt von der eigenen Identität ab. Aber die wahre persönliche Verletzlichkeit ist nicht das, worauf sich die meisten Clown-Trainings konzentrieren, und sie trifft auch nicht auf jede:n in gleicher Weise zu. Was wir stattdessen sehen, ist ein Stil der Verletzlichkeit, der in der europäischen Ausbildung zum Clown am populärsten ist, und dieser Standard wurde von weißen Cis-Männern gesetzt. Ich könnte also in einen „Stil der Verletzlichkeit“
gedrängt werden, der mir nicht guttut und mir schadet. Und meine tatsächlich existierende Verletzlichkeit wird gar nicht als clownesk angesehen oder gewertet, aber die eines weißen Mannes schon. Wie man sieht, ist es für die Schüler:innen sehr verwirrend, und letztlich liegt es im Ermessen der Lehrperson - die ihre eigene Identitätsarbeit geleistet haben kann oder auch nicht und sich der Vorurteile, die sich vor ihr abspielen, bewusst sein kann oder auch nicht. Auch hier gilt also, dass die Betonung der Verletzlichkeit in der Clownsausbildung bestimmten Identitäten zugutekommt. Und dennoch sage ich nicht, dass sie von unschätzbarem Wert ist, sondern ich konzentriere mich stattdessen auf Spiel und Spielfreude, Risiko und Konsequenzen. Auf diese Weise entschärfe ich den kollektiven weißen Blick auf die Künstler:innen, der von ihnen eine enge Definition von Verletzlichkeit verlangt.

Welche Verantwortung trägt man als sozial bewusste:r Künstler: in, wenn man aus dem Probenraum in einen öffentlichen Aufführungsraum geht und eine weiße Cis-Identität hat?

Als Clown steht man in einer direkten Beziehung zur Welt. Es findet ein Gespräch mit ihr statt, daher ist es eine große Chance für Veränderungen. Aber die kunstschaffende Person entscheidet, welches Gespräch sie führen will - das ist ihre künstlerische Freiheit. Ich glaube, dass der oder die sozial engagierte Künstler:in die Verantwortung hat, mit der Kunst etwas zu bewirken. Die Künstler:innen sind jedoch noch in der Entwicklung begriffen, es ist ein work-in-progress. Sie sind nicht perfekt, ich bin nicht perfekt. Und ihre Sichtweise auf die Gerechtigkeit entwickelt sich ständig weiter und wächst. Es kann also sein, dass sie es falsch machen. Sie werden und ich werde weiterhin Fehler machen. Wir werden nicht einen bestimmten Artikel oder ein bestimmtes Buch lesen und sofort alles verstehen. Sozial bewusste Künstler:innen verpflichten sich, ständig zu lernen und immer demütig zu sein. Ich würde dem oder der sozial bewussten Künstler:in raten: Bitte lass dich nicht von deiner Angst, es nicht richtig zu machen, davon abhalten, deine Kunst zu zeigen. Geh einfach los und kreiere. Zeig es der Welt und hol dir Feedback, dann mach es noch einmal und immer so weiter. Es ist wertvoll für dich, wie die Welt deine Arbeit aufnimmt, es findet ein Gespräch statt. Vor allem bei der Clownerie gibt es eine sehr direkte Beziehung zum Publikum.

Glaubst du, dass es eine Verbindung zwischen den Prinzipien des Clowns und den Prinzipien des sozialen Aktivismus gibt? Und denkst du, dass der Clown von Natur aus politisch ist?

Ja. Ich glaube, der Clown fordert uns auf, uns selbst zu hinterfragen, einschließlich unserer Identität, und in direktem Kontakt mit dem Publikum zu stehen, um unsere kollektive Menschlichkeit zu offenbaren. Indem man ein tieferes Gefühl für sich selbst innerhalb dieser größeren Systeme entwickelt, wird man sich seiner eigenen sozial-politischen Position innerhalb all dessen bewusst. Und hoffentlich erkennt man auch das absurde Spiel darin! Für mich ist es selbstverständlich, dass der Clown ein Mittel für den Aktivismus für soziale Gerechtigkeit sein kann. Aber das ist keine weit verbreitete Überzeugung in der Clown-Diaspora in den Vereinigten Staaten! Ich war vor kurzem bei einer Podiumsdiskussion, bei der ein prominenter Clownslehrer sagte: „Der Clown ist nicht politisch", und die meisten Anwesenden stimmten dem zu. Ich bin da ganz anderer Meinung. Aber die meisten Clownsausbildungen in den Vereinigten Staaten würden sagen, dass der Clown nicht politisch ist.

Wie passt denn die Meinung, der Clown sei unpolitisch, zum kulturellen Erbe und zur Geschichte des Clowns?

Dieser Standpunkt löscht das Erbe und die Geschichte völlig aus. Einerseits wird gesagt, dass es sich um eine alte, sogar heilige Kunstform handelt, die aus indigenen und alten Kulturen stammt. Aber wenn man sich diese Überlieferungen anschaut, dann versteht man, dass der Clown verlangt, dass man sich mit etwas in der Welt, in der Gemeinschaft, im Stamm auseinandersetzt. Was ist also zwischen damals und heute passiert, dass unserem Clown plötzlich diese Tiefe, diese Auseinandersetzung, diese politische Sichtweise fehlt? Eine meiner Hoffnungen ist es, diese Diskrepanz zu überbrücken. Ich glaube, der Clown verkörpert das ganze Menschsein, das Dunkle und das Helle, das Lachen und die Trauer. Der Clown spricht also unsere kollektiven und individuellen Ängste, unsere Liebe, unseren Hass, unsere Sehnsucht usw. an. Der Clown fordert uns letztlich auf, präsent zu sein, und wenn wir diese Philosophie mit ins Leben nehmen, dann erkennen wir, wie zerbrechlich, endlich und kostbar alles ist. Also, lasst uns langsam vorangehen und vielleicht können wir irgendwann beim tieferen Sinn des Clowns ankommen.

Ich danke dir.


1 John Gilkey ist der Gründer und kreative Leiter von The Idiot Workshop und ein mit Preisen ausgezeichneter Zirkusartist, Schauspieler, Regisseur und Lehrer. Er tritt seit mehr als 35 Jahren international in Zirkus, Varieté, Comedy-Clubs, Theater und Fernsehen auf. Johns originelle und skurrile Routinen sind für ihren Einfluss auf die zeitgenössische Zirkusbewegung bekannt, die in den 1980er Jahren begann.
2 Lewis Hyde definiert den Trickster als „heilig und gottlos, sauber und schmutzig, männlich und weiblich, jung und alt, lebendig und tot – und in jedem dieser Fälle wird der Trickster die Grenze überschreiten und die Unterscheidung durcheinander bringen. Der Trickster ist die mythische Verkörperung von Ambiguität und Ambivalenz, von Doppelsinn und Doppelmoral, von Widersprüchen und Paradoxien.“ Vgl. Hyde, Lewis: Trickster Makes This World. New York 1998. S. 7.
3 Laut Giovanni Fusetti stammt das Wort „Bouffon“ ursprünglich vom lateinischen Verb „buffare“, „die Wangen mit Luft füllen, sich verformen, um Lachen zu erzeugen.“ Bouffons sind eine sehr alte menschliche Praxis und stammen direkt vom antiken griechischen Satyrspiel ab. Die heute gängige Verwendung des Begriffs gelangte durch die Arbeit von Jacques Lecoq in die englische Theatersprache. Die Essenz des Bouffons liegt in der Dynamik des Spottens“. Vgl. Fusetti, Giovanni, www.giovannifusetti.com (besucht am 8.3.2024).
4 Anmerkung der Übersetzerin: Im Englischen gibt es das Wort „Cishet“, das A.D. in diesem Text häufig verwendet. Im Deutschen gibt es bis jetzt lediglich das Wort „Cis-Person“, was aber das Charakteristikum „heterosexuell“, das in „Cishet“ auch steckt, nicht abbildet. Ich möchte daher hier darauf hinweisen, dass dieses Charakteristikum ebenfalls gemeint ist, wenn der Begriff „Cis-Person“ in diesem Interview verwendet wird.
5 Paola Coletto war die Gründerin und Erfinderin der School for Theater Creators. Sie war eine von nur 40 Studierenden in der 67-jährigen Geschichte der École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq, die unter der Leitung des Gründers der Schule, des legendären französischen Schauspielers und Regisseurs Jacques Lecoq, als pädagogische Fachkraft ausgebildet wurde. Als echte „Renaissance-Frau“ hatte Coletto auch Abschlüsse in Klassischer Philologie, Architektur, Design und Textilarbeit, und sie hatte eine Zertifizierung in somatischer Arbeit und als Personal Trainer.
6 Jon Davison ist ein Clown-Performer, Lehrer, Regisseur, Produzent, Forscher und Musiker mit fast 40 Jahren Erfahrung in Theater, Straßentheater, Zirkus und Fernsehen. Er ist Dozent für Clowning an der London Metropolitan University und Gründer der London Clown School. Er ist der Autor von drei Büchern, Clown Readings in Theatre Practice und Clown Training, a practical guide, die zu wichtigen Lehrbüchern für angehende Clowns weltweit geworden sind, und zuletzt The Clowning Workbook.

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