Junge Wilde 2021

Ein wichtiger Projektpfeiler ist die Programmsparte „Junge Wilde“ für den Jugend- und Nachwuchsbereich mit einem Coachingprogramm über das gesamte Jahr und einem eigenen Zelt als Prästentationsort im Rahmen des Festivalprogramms

In Deutschland hat sich in den letzten fünfzehn Jahren eine große zirkuspädagogische Landschaft entwickelt, als ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Kinder- und Jugendbildung. Die Nachfrage nach Zirkusangeboten steigt ständig und ein neues Berufsfeld „Zirkuspädagogik“ ist entstanden.
Im Rahmen des Festivals wird ein Zelt fest für die Jugendsparte zur Verfügung stehen und als Anlaufpunkt für ein breites Publikum aus Kindern, Jugendliche und Familien wahrnehmbar sein.

Eingeladen und präsentiert werden ausgewählte Jugendzirkusgruppen, deren Stücke sich im Spannungsfeld von Zeitgenössischem Tanz und Zeitgenössischem Zirkus bewegen. Diese Nachwuchsproduktionen werden durch das ZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln, mit seiner spezifischen Expertise in diesem Bereich, mit Mentoring und Coaching im Vorhinein des Festivals unterstützt.

Im Festivalzeitraum nehmen die Jugendlichen an Workshops teil, lernen die professionellen Festivalteilnehmer*innen kennen und sehen und besprechen die Aufführungen. Daraus ergibt sich eine Durchmischung von Impulsen, Perspektiven und Ideen professioneller Zirkuskünstler*innen, Tänzer*innen und Nachwuchsartist*innen.

nologo kollektiv / TPZAK

22.05. | 15:00 – 16:00

Foto: Judith Breutmann

Livestream Performance
Zugang: Digital
Eintritt: 8 Euro
Spartenfokus: Tanz und Zirkus

Eigens für die Nachwuchssparte Junge Wilde gründet das Zirkus- und Theaterpädagogische Zentrum TPZAK ein Ensemble auf Zeit. Aus den Bereichen, Zirkus, Schauspiel und Tanz gehen sieben junge Künstler*innen in intensiven Austausch miteinander und mit sich selbst.

In einer Zeit, in der physische Kontakte auf ein Minimum beschränkt sind, kommt es einem kleinen Wagnis gleich, ein Ensemble zu gründen, welches mit körperlichen Ausdrucksformen arbeitet, sich darüber gegenseitig kennenlernen möchte und sich Themen nähert, die die Ensemblemitglieder als junge Erwachsene bewegen. Doch es ist Zeit, sich in die vielen Unabwägbarkeiten dieser Zeit hineinzuwagen!

Performance Lea Marie Meier, Angelina Weizel, Vera Rosanna Schardt, Isabell Gramoll, Judith Breutmann, Cynthia Cosima Erhardt, Alexandra Entenmann | Regie Bianca Lehnard, Tanja Manderfeld |Projektleitung Tanja Manderfeld | Social Media @junge.wilde

3xEva

23.05. | 15:00 – 16:00

Foto: Raquel Morais Desirenhos

Livestream Performance
Zugang: Digital
Eintritt: 8 Euro
Spartenfokus: Tanz und Zirkus
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren

Aufgrund eines Quarantänefalls kann die Premiere von „3xEva“ leider nicht stattfinden. Bereits gekaufte Tickets werden erstattet. Anstatt des Stücks wird es einen Artist Talk der Künstlerinnen im Gespräch mit der Kulturantropologin Katharina Klapdor zum Thema geben. Die Evas werden mit ihr über ihren Werdegang vom Kinderzirkus bis heute sprechen und wie sich ihre Perspektiven durch die Reflexion verändert haben. Der weibliche* Körper auf der (Zirkus-) Bühne und das Aushalten von Ambivalenzen im feministischen Diskurs sind zentrale Kernpunkte des Gesprächs. Sie sind eingeladen zuzuhören und über den Chat Fragen zu stellen.

Die junge Gruppe um Laura Runge, Yolande Sommer und Rahel Gieselmann reflektiert in ihrem Stück „3xEva“ die eigenen artistischen Werdegänge mit besonderem Blick auf den weiblich gelesenen Körper und die dazugehörenden Rollenvorstellungen im Kinder- und Jugendzirkus. Die drei Performerinnen begegneten sich in der Kölner Jugendzirkusszene, gründeten zusammen mit anderen jungen Artist*innen die Zirkusformation Kompanie Neun und finden sich nun in einer neuen Konstellation zusammen. Aus ganz persönlichen Blickwinkeln heraus untersuchen die drei, wie sich ihre feministischen Wertevorstellungen mit den Realitäten, die sie im (Jugend-) Zirkus erfahren haben, verbinden lassen.

„3xEva“ stellt schon vorab eine Frage an das Publikum: „Glitzer, Prinzessinenkostüme, Bodies mit Rückendekoltee, Spagat in der Luft, herumgeworfene Frauen, lange Haare, schöne Bilder, fließende Bewegungen, flexible Rücken, ideale Körper, leere Blicke, unperfekte Perfektheit, Brust raus und Beine hoch, keine Schwäche zeigen, Kontrolle, mystische Unschuld, es muss leicht aussehen – ist es das, was ihr sehen wollt?” Laura Runge, Yolande Sommer und Rahel Gieselmann sagen über „3xEva“: „Wir reden über Revolution. Es geht um Mut. Wir stellen uns unseren Ambivalenzen. Wir stürzen uns in den Prozess.“

Performance & Kreation Laura Runge, Rahel Gieselmann, Yolande Sommer | Outside eye Julia Berger | Produktion Lena Peters | Social Media @dreimaleva | Sprache Deutsch

Raum für Zirkus

24.05. | 15:00 – 16:00

Foto: Dominikus Moos

Outdoor Performance
Zugang: Digital
Eintritt: 8 Euro
Spartenfokus: Zirkus

Das Stück „Hau Ruck“ der Kölner Gruppe Raum für Zirkus bewegt sich zwischen zeitgenössischem Zirkus, Artistik, Tanz, Bewegungstheater und Musik. Die vier Artist*innen, alle mit langjährigem Jugendzirkus-Hintergrund, fanden sich Ende 2019 in den Abenteuerhallen Kalk zusammen. Für „Hau Ruck“ haben sie sich mit dem folgenden Themen-Mosaik beschäftigt: Akrobatik, Gewalt und Holz. Dekonstruktion wird als allgegenwärtige Möglichkeit zur Neugestaltung und Befreiung von festgefahrenen Denkstrukturen verstanden und auch sogleich in die Praxis umgesetzt. Ursprüngliche Funktionen werden hinterfragt, neue Formen gefunden. Im Ergebnis präsentieren sie eine wuchtige Neukonstruktion jenseits unserer üblichen Seh- und Hörgewohnheiten. Die Performance zeichnet sich aus durch Mut, beschreitet auch Wege der Brutalität und ist doch in ihrer Ehrlichkeit eine liebevolle Auseinandersetzung mit den gewählten Themen. Hiebe sind Stupser mit Wucht: Hau Ruck.

Performer*innen, Kreation und Produktion Denis Kerner, Dominikus Moos, Gesine Jäger, Jakob Rosenbauer | Musik Johannes Moos