FESTIVAL THEMA | RE-INVENTING CIRCUS

Re-Inventing Circus
Zeitgenössischer Zirkus zwischen Erbe und Erneuerung

Das Kölner CircusDanceFestival widmet seine diesjährige Festivalausgabe dem Thema Zeitgenössischer Zirkus zwischen Erbe und Erneuerung. Das Festival zeigt verschiedene zeitgenössische und progressive Zirkusformen und diskutiert über das Verständnis von Zirkus zu Tradition und Experiment.

Das CircusDanceFestival stellt mit seinem Programm, das tradierte Bild von Zirkus in Bezug zu zeitgenössischen Formen und macht Zirkus als kulturhistorisches, soziales und ästhetisches Phänomen sichtbar.

Die ausgewählten Performances beziehen sich auf sehr unterschiedliche Weise auf die Festivalthematik und zeigen die Vielschichtigkeit zeitgenössischen Zirkusschaffens:

So widmet sich die Deutschlandpremiere von „Glorious Bodies“ dem alternden Körper im Zirkus mit sechs Akrobat:innen im Alter zwischen 55 und 67 Jahren und macht gemeinsam mit ihnen buchstäblich im Körper archivierte Zirkusgeschichte sichtbar. Bei der britischen Zirkusperformerin Laura Murphy fließen ihr kritischer Blick auf Zirkus und Gesellschaft und ihre Liebe zum Zirkus nahtlos ineinander und sie lässt große Themen wie mentale Gesundheit und persönliche Identität aufeinander prallen. Auch mit Identität befasst sich Diana Salles „Delusional. I killed a man“ und nimmt das Publikum mit auf die Reise einer Transfrau. In „Sawdust Symphony“ trifft Handwerk auf Zirkuskunst und 3 Jongleure stellen sich auf einzigartige und humorvolle Art und Weise der zentralen Frage des Zirkus. Ist er Kunst oder Handwerk? Die gastgebenden Kölner Kompanie Overhead Project hingegen dekonstruiert klassische Vorstellungen eines Pas de deux im Tanz sowie in der Partnerakrobatik.

Seit März 2023 zählt Zirkus, nach der Empfehlung durch die Deutsche UNESCO-Kommission, zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Damit wurde sowohl die kulturhistorische soziale Bedeutung von Zirkus als auch seine eigenständige Form der Darstellenden Künste in Deutschland anerkannt. Mit diesem Schritt folgt Deutschland innerhalb der Europäischen Union Ländern wie Finnland und den Niederlanden - Länder in denen Zirkus, seine Historie und sein Wandlungspotential als zeitgenössische Kunstform schon seit den 70er Jahren in den gesellschaftlichen Diskurs einflossen. Dabei haben insbesondere die neuen Generationen von Zirkusschaffenden einen großen Anteil an der Erneuerung des Bildes von Zirkus als oftmals verstaubt und stehengeblieben wahrgenommenem Genre.

Für das CircusDanceFestival beinhaltet diese Anerkennung von Zirkus als kulturelles Erbe auch die besondere Verantwortung, sich mit dem komplexen kulturhistorischen Phänomen Zirkus auseinanderzusetzen. Im Anbetracht der Koexistenz klassischer und zeitgenössischer Formen von Zirkus, sieht das Festival insbesondere progressive und experimentelle Zirkusformen mit ihren künstlerischen Ansätzen als Potential tradierte Bilder von Zirkus zu erneuern und romantisierte Zirkusklischees anders zu besetzen. Dabei geht es auch darum ein gesellschaftliches Bewusstsein für die Rolle und Verantwortung von Zirkuspraxis im Anbetracht seiner kolonialen Historie zu entwickeln. Dazu veröffentlichte das Festival bereits die die VOICES Publikation „Re-exploring the grotesque“ die 2023 im Verlag Theater der Zeit erschien.

Das CircusDanceFestival lädt mit der diesjährigen Festivalausgabe dazu ein, unterschiedliche internationale zeitgenössische Zirkusformen zu entdecken und über das Verständnis von Zirkus zu Tradition, Experiment und Erneuerung zu reflektieren und zu diskutieren.

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