Residenzprogramm CircusDance

Das CircusDanceFestival besteht neben dem Festival noch aus einem weiteren Projektpfeiler – dem Residenzprogramm CircusDance. Ziel ist es, aufstrebende Künstler*innen, speziell an der Schnittstelle von zeitgenössischem Circus und Tanz in ihrer Entwicklung zu begleiten, Ressourcen für neue Produktionen zur Verfügung zu stellen und zuverlässige*r Partner*in zu sein.

Angesichts der wenigen Residenzangebote für Produktionen an der Schnittstelle von Tanz und Circus stellen die Residenzen einen wichtigen Anlaufpunkt für die Szene dar. So bietet das CircusDanceFestival jedes Jahr bis zu 4 Residenzen mit Probenraum, Unterkunft und Reisekosten sowie einem kleinen Produktionszuschuss für Kompanien an, die ihren Arbeitsschwerpunkt in Deutschland haben. Nach Absprache werden auch work-in-progress Präsentationen oder Workshops im Austausch mit der lokalen Kölner Circus-, Tanz- und Performanceszene organisiert.

Ausgewählte Produktionen aus dem Residenzprogramm werden koproduziert und im Festival gezeigt. Aktuelle Ausschreibungen finden sich auf der Website des CircusDanceFestival.

Residenz 1 – August 2019 | Josef Stiller

In Kooperation mit Zirkus On

Josef Stiller arbeitete in der einwöchigen Residenz in den ehrenfeldstudios an seinem Stück „Responsive Round“. „In einem intimen Kreis bewegt sich ein Performer mit balancierten und fallenden Bambusstäben. Offen bleibt jedoch, wer die Stäbe fängt. Mittels dieser simplen Idee spielt der Performer mit den natürlichen Reaktionen des Publikums, um sowohl den Bambus, als auch den Fokus und die Aufmerksamkeit des Publikums zu manipulieren.“ Im Rahmen der Residenz fand eine Work-in-progress Präsentation mit anschließendem Publikumsgespräch statt.

Josef Stiller besuchte von 2014-2015 „Die Etage – Schule für darstellende Künste“ in Berlin und absolvierte anschließend die „Academy for Circus and Performance Art“ (Acapa) in Tilburg (NL). 2019 erhielt er die Förderungen “Zirkus ON” (DE) und „Keep an Eye Project“ (NL) für sein Projekt „Responsive Round, welches auf einer 2-jährige Recherche mit Bambus als Jonglage Requisite beruht. 2017 gründete er zusammen mit Julian Vogel und Laurence Felber „KLUB GIRKO“, ein Kollektiv für zeitgenössischen Zirkus. Mit ihrer ersten Produktion „122×244 – and a lot of little pieces“ gewannen sie den KLUB GIRKO Preis für junge Zirkusautoren von Pro Cirque, dem Schweizer Zirkusverband und SSA, dem Schweizer Autorenverband. Seit 2017 ist Josef außerdem aktives Mitglied der „Compagnie Trottvoir“, einem interdisziplinären Kollektiv.

Residenz 2 – Oktober 2019 | Critical Mess & Stefan Sing

Koproduziert im Rahmen des Festivals 2020

Die Gruppe „Critical Mess“, unter Leitung des Berliner Jongleurs und Performers Stefan Sing war im Herbst 2019 für eine zweiwöchige Arbeitsresidenz in Köln, in der u.a ein kostenloser Workshop zum Austausch mit der lokalen Szene angeboten wurde. Dieser endete in einer anschließenden Stadtinterventionstour mit site-specific Improvisationen im öffentlichen Raum.

Organic Improvisation

Der Fokus des Workshops lag auf der Erkundung eines metaphorischen Zugangs zur Bewegung. Bewegung ist Kommunikation, ist Sprache, ist lesbar. Sie erreicht eine höhere, intensivere Stufe, wenn sie ein Medium für etwas anderes ist: ein Gefühl, eine Stimmung, ein Gedanke, ein Bild – ein Bewusstseinsinhalt. Nicht wir bewegen uns, sondern etwas bewegt uns. Geleitet wurde der Workshop von Stefan Sing und ermöglichte nebenbei auch einen Kontakt der Berliner Gruppe mit der lokalen Szene.

Stefan Sing

Stefan Sing ist ein zeitgenössischer Jongleur und Performer, der seinen einzigartigen Stil aus Tanz- und Jonglageprinzipien speist und seit 1985 laufend weiterentwickelt. Er studierte u.a. Performance und Tanz an der ICAT Berlin und leitet seit 2009 das „Katakomben Center for Performing Arts“, einem Trainings- und Aufführungsort im Herzen Berlins. Stefan Sing unterrichtet regelmäßig an Zirkushochschulen überall auf der Welt, wie der ESAC in Brüssel, dem Lido in Toulouse, der Flic in Turin, dem Circus Space in London, der École Nationale de Cirque in Montreal und vielen weiteren.

Critical Mess

Critical Mess wurde 2016 von Stefan Sing gegründet mit dem Ziel Tanz, Theater und Jonglage zu verbinden. Die Gruppe ist im Festival 2020 mit der Koproduktion „Dodai“ zu sehen und im Rahmen einer Stadtintervention-Flashmob in der Kölner City und am Ebertplatz zu erleben.

Residenz 3 – April 2020 | Overhead Project

NRW Premiere beim CircusDanceFestival

Als Eigenproduktion des Festivals, beherbergt das TPZAK Zirkus- und Artistikzentrum das zehnköpfige Team der Produktion „What is left“.

Das Ineinandergreifen von (Raum-) Geometrie und Politik steht in der künstlerischen Arbeit der Kompanie Overhead Project momentan im Vordergrund: Welche Rolle spielen Architektur und räumliche Anordnungen im politischen Kontext und wie beeinflussen sie gesellschaftliche „Machtstrukturen“? Wie können diese Beobachtungen choreographisch-dramaturgisch für einen performativen Raum, der die klassische Passiv-Anordnung der Zuschauenden auflöst, umgesetzt werden und somit ein offenes Feld für die Interaktion zwischen Performer*innen und Publikum schaffen.

Im Rahmen der Residenz wird am 8. April ein work-in-progress Showing stattfinden. Infos und Einladungen folgen.
Team: Tim Behren, Simon Bauer, Charlotte Ducousso, Eric Eggert, Mirjam Hildbrand, Mijin Kim, Leon Börgens, Maria Madeira, Maiol Pruna, Franceso Germini

Overhead Project entwickelt seit 2008 Stücke an der Grenze von Zeitgenössischem Tanz, Circus und Performance in der freien Szene und für Gastchoreographien an Stadttheatern. Das Label wird künstlerisch von dem Akrobaten und Choreographen Tim Behren geleitet und erhält die Spitzenförderung des Landes NRW. Overhead Project ist Initiator des TANZPAKT Stadt-Land-Bund Projektes „CircusDanceFestival“ in Köln.

www.overhead-project.de 

Residenz 4 – Mai 2020 | Xenia Bannuscher

Infos folgen

Ausschreibung

Die Ausschreibungen richten sich ausschließlich an professionelle Künstler*innen der Sparten Circus und Tanz. Kurzes Anschreiben, Projektbeschreibung und nötige Hintergrundinformationen, Kurzlebensläufe vom Kernteam und ggfls. Videolinks zu vorherigen Arbeiten.

Die Ausschreibungen zu den kommenden Residenzen werden auf der Homepage veröffentlicht.