Voices I

Voices Magazin | 2020

Das Online-Magazin VOICES eröffnet einen digitalen Raum, um die Künstler*innen des Kölner CircusDanceFestivals 2020, auch jenseits von bespielten Bühnen und Circuszelten, kennenzulernen. Es ist ein Sprachrohr für das, was sie bewegt, was sie beunruhigt, wie sie diese Zeit erleben und was sie sich für die Zukunft wünschen. Vor allem eröffnet das Magazin aber auch Raum für die Themen und Gedanken, mit denen sich ihre Stücke befassen – normalerweise „live“.

In persönlichen Interviews und mit den im Corona-Lockdown entstandenen „Carte Blanche“ Videoarbeiten bringen wir die Festivalkünstler*innen auch in dieser Zeit doch noch zu Euch – ein Kennenlernen im Magazin Format!

Viel Spaß beim Lesen, Blättern, Hören und Entdecken!

Tipp: Das Magazin liest sich am besten im Full-Screen Modus – rechts unten. Fall es zu Anzeigeschwierigkeiten kommen sollte, ggfls. mal einen anderen Browser nutzen. Google chrome ist z.b. nicht kompatibel um den Blätter-Effekt anzuzeigen. Die Videos sind per vimeo eingebunden, daher braucht es immer eine Internetverbindung beim Lesen.

Editorial

Das CircusDanceFestival bringt ein Onlinemagazin heraus! VOICES – das Magazin

Voices ist unsere Antwort auf die Frage „Was jetzt?“ – nachdem wir die Entscheidung getroffen hatten, die erste Ausgabe des Festivals aufgrund der aktuellen Covid-19 Pandemie auf 2021 zu verschieben.

Das CircusDanceFestival arbeitet mit internationalen Künstler*innen aus dem weiten interdisziplinären Feld zwischen zeitgenössischem Circus und Tanz. Zwei Kunstformen, deren gemeinsame Ausdrucksform der hochphysische Umgang mit dem Körper ist und die sich gegenseitig beeinflußen und erweitern.

Beide Kunstformen haben ihren eigenen historischen Weg, sie eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Bewegung und auf den Körper mit seinen Normen, Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Hierarchien. Circus und Tanz müssen individuell definiert werden, da dies die Grundlage für ihre Existenz und ihre Anerkennung als Kunstform bildet. Künstler*innen, die einen hybriden Ausbildungsbackground haben oder sich von beiden Bereichen inspirieren lassen, teilen jedoch häufig den Wunsch, die Kategorisierung zu umgehen und eine fließende und interdisziplinäre Identität zu bewahren. Und genau da liegt das
CircusDanceFestival: Zwischen zeitgenössischem Circus und Tanz!

Die Gestaltung dieses fließenden Feldes liegt bei den Künstler*innenn, ihren Performances und ihren Stimmen. Voices ist aus dem Gedanken heraus entstanden, den Festivalkünstler*innen eine Plattform und Sichtbarkeit zu bieten, jenseits von Live-Performances auf Bühnen und in Zelten. Ein Magazin als Sprachrohr für das, was sie derzeit bewegt und beunruhigt, für die Themen die ihnen genau jetzt wichtig sind und vor allem für die Themen, die ihre Stücke – normalerweise „live“ – behandeln.

Es war der Wunsch nach Begegnung, der uns dazu geführt hat, Online-Gespräche mit den Künstler*innen zu führen. Diese verschriftlichen Gespräche finden sich, leicht gekürzt, nun in diesem Heft. In dieser – für uns alle neuen – Ausnahmesituation und aus den jeweiligen Privaträumen heraus, sind für mich sehr besondere und persönliche Begegnungen entstanden, die so sonst nicht stattgefunden hätten.

Neben den Gesprächen, wollten wir die Künstler*innen auch zum Experimentieren mit aktuell möglichen Formen der künstlerischen Kreation einladen.
Daraus sind mehrere „Carte Blanche“ Auftragsarbeiten entstanden. In diesem Fall ist die „Carte Blanche“ eine Einladung, frei in Inhalt, Länge und Form, innerhalb von drei Wochen eine Videoarbeit für das Magazin zu entwickeln. Ich freue mich, dass diese Herausforderung so experimentierfreudig angenommen wurde und bin selbst sehr gespannt auf die neu entstandenen Arbeiten.

Ein ganz besonderen Dank gilt an dieser Stelle Katharina Klapdor, die mit mir zusammen die Interviews geführt und das Redaktionsteam gebildet hat, sowie an das engere Magazinteam Mechtild Tellmann, Heike Diehm, Tobias Bergmann, Michael Straßburger, Martin Forsbach und Sophia Oltmanns. Ebenso geht ein ganz herzlicher Dank an unseren Hauptpartner TPZAK Zirkus- und Artistikzentrum Köln, unter der Leitung von Éva Adorjan. sowie an unsere gesamten Förderer und Kooperationspartner*innen, die mit ihrer Flexibilität und in enger Absprache dieses Projekt ermöglicht haben.

Ich wünsche uns und Ihnen und Euch viel Spaß beim Blättern und Eintauchen in das diesjährige Magazin und hoffe sehr, dass wir uns Pfingsten 2021 beim Festival in Köln wiedersehen.

Tim Behren
Künstlerischer Leiter Overhead Project und CircusDanceFestival

Köln, 25. Mai 2020